Braucht es überhaupt noch Interim Manager?
Diese provokative Frage habe ich mir kürzlich wieder gestellt.
Einerseits reduziert KI den Bedarf an klassischen Softwareingenieuren und damit teilweise auch an traditionellen IT Rollen.
Andererseits beschreibt Frédéric Laloux in seinem Buch «Reinventing Organizations» eine Zukunft mit weniger Hierarchien und weniger klassischen Führungskräften.
«Quo vadis» also Interim Management?
Vielleicht liegt die Antwort gerade im Wandel selbst.
Denn je schneller sich Unternehmen verändern, desto grösser wird der Bedarf an Menschen, die Transformation nicht nur theoretisch verstehen, sondern sie pragmatisch umsetzen können.
Interessant ist dabei:
KI ersetzt viele operative Tätigkeiten.
Was sie nicht ersetzt:
• Orientierung in Unsicherheit
• Erfahrung in kritischen Situationen
• Die Fähigkeit, unterschiedliche Interessen zusammenzubringen
• Und Verantwortung zu übernehmen, wenn Entscheidungen unangenehm werden
Laloux beschreibt Organisationen, die stärker auf Selbstorganisation, Sinnorientierung und dezentrale Entscheidungen setzen.
Klassische Managementaufgaben verschwinden dadurch nicht.
Sie verändern sich.
Teams brauchen weiterhin Menschen, die:
• Spannungen sichtbar machen
• Konflikte moderieren
• Veränderungen begleiten
• Orientierung in komplexen Situationen geben
Nur geschieht dies künftig weniger über Hierarchie und Macht, sondern stärker über Erfahrung, Vertrauen und Wirkung.
Vielleicht verschiebt sich die Rolle des Interim Managers deshalb vom klassischen Linienmanager hin zum Transformator, Coach, Übersetzer und Enabler.
Weniger Command & Control.
Mehr Kontext, Befähigung und Transformation.
Oder anders gesagt:
Vielleicht braucht es künftig weniger Manager.
Aber mehr Menschen, die Veränderung möglich machen.

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